Ein offener Brief des Elternrats des Campus Kieler Straße sowie
betroffener Eltern
_Sehr geehrte Damen und Herren,_
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_wir wenden uns mit diesem offenen Brief nicht nur an den
Bürgermeister, Peter Tschentscher und die zuständigen Behörden,
sondern auch an die politische Öffentlichkeit, an Verbände,
Interessenvertretungen und an die Medien._
_Die geplanten Kürzungen im Bereich Schulbegleitung haben ein
erschreckendes Ausmaß angenommen und stellen eine ernsthafte Gefahr
für einen gelingenden Unterricht dar. Bei einer Kürzung um 60% ist
eine Teilhabe von Kindern, die auf diese Unterstützung angewiesen sind,
nicht gewährleistet._
_Nicht einmal so, wie die Schulbegleitung derzeit organisiert ist, deckt
sie den tatsächlichen Bedarf ab. Durch die geplanten Kürzungen wird
die Mangelwirtschaft auf die Schultern der Lehrkräfte und der
Schulgemeinschaft verlagert, die dem Betreuungsbedarf nicht gerecht
werden kann. Das ist Scheitern mit Ansage._
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_Seit in Kraft treten der UN-Behindertenrechtskonvention wurden
Sonderschulen zugunsten von Inklusion an Regelschulen zurückgebaut oder
abgeschafft. Doch an Stelle ein funktionierendes System zu entwickeln,
wird immer wieder an den Maßnahmen zur Teilhabe behinderter Menschen
der Rotstift angesetzt. Der Abbau von segregierenden Schulmodellen hatte
nie zur Aufgabe Kosten zu sparen. Vielmehr sollte es allen Kindern
dadurch ermöglicht werden, gemeinsam zu lernen._
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_Mit den geplanten Maßnahmen darf bezweifelt werden, ob die
Schulbehörde diesen, von ihr selbst formulierten, Vorgaben gerecht
wird._
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_Wir fordern dazu auf, die Rechte der Kinder, die eine Schulbegleitung
benötigen, zu wahren und durch Fachkräfte, die auf verbesserter
fachlicher Grundlage und mit einer qualitativ gesicherter Ausbildung,
die Teilhabe am Unterricht der Regelschulen weiterhin zu fördern und zu
gewährleisten._
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_Diese Aufgabe ist zu anspruchsvoll um sie ungelernten FSJler*innen
aufzubürden._
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_Die Bereitstellung der finanziellen Mittel für die Schulen muss
sichergestellt sein. Wir verweisen außerdem auf die Pflichten der
Schulbehörde als Dienstherrin der betroffenen Lehr- und pädagogischen
Fachkräfte, denen gegenüber sie zur Fürsorge verpflichtet ist. Die
zusätzliche Aufgabe, die fehlende Unterstützung im laufenden
Schulbetrieb auszugleichen, läuft auf eine massive Mehrbelastung
hinaus._
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_Es geht hier nicht um die Forderung nach verbessertem Komfort oder
zusätzlicher Förderung, sondern es geht um die grundlegende Teilhabe
an und um Bildung, um Sicherheit, um Würde und um Chancengleichheit
für Kinder, die auf Unterstützung angewiesen sind._
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_Wir fordern die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung daher
auf_
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_- keine Kürzungen der Leistungen zur Sicherstellung von Inklusion
vorzunehmen und der Pflicht zur Inklusion im Sinne der Vorgaben der UN _
_ Behindertenrechtskonvention nachzukommen_
_- transparent und schnell über die geplanten Maßnahmen zu
informieren_
_- die betroffenen Familien und Fachkräfte mit einzubeziehen_
_- die individuellen Bedarfe der Kinder zu berücksichtigen_
_- sicherzustellen, dass die Sicherheit, Förderung und Teilhabe aller
Kinder jederzeit gewährleistet bleibt_
_- sicherzustellen, dass die Rechte, die Sicherheit und die Teilhabe der
Kinder nicht aus finanziellen Gründen eingeschränkt werden._
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_Wir bitten außerdem Journalistinnen und Journalisten:_
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_Machen Sie unsere Kinder sichtbar. Nicht als Kostenfaktor, nicht als
Verwaltungsfall, sondern als Kinder mit Rechten, Bedürfnissen und
Zukunftsperspektiven._
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_Mit freundlichen Grüßen_
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_Der Vorstand des Elternrat Campus Kieler Straße_
